Angeln im Märkischen Kreis & HSK

 

Fishguide® Gewusst wie, ist halb gefangen!

 

 

Lieblingsfisch:

Bachforelle

lateinisch: Salmo trutta farioSalmo-trutta

Überordnung: Protacanthopterygii
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Forellenfische (Salmonidae)
Gattung: Salmo
Art: Forelle (Salmo trutta)
Unterart: Bachforelle

Beschreibung

Die Bachforelle besitzt einen spindelförmigen Körper. In der Grundfärbung überwiegen gelbliche Braun- und Grautöne, die zu den Flanken hin heller werden und am Bauch ins Gelbe und Weiße übergehen. Auffällig sind die leuchtend roten und von hellblauen Rand umgebenen Tupfen auf den Flanken. Auch die Rücken- und Fettflosse sind häufig rot gepunktet. Daneben treten zahlreiche schwarze Punkte am Rücken auf, die unterhalb der Seitenlinie spärlich werden. Als Jungfisch trägt die Bachforelle, wie der Lachs, die typische Paarzeichnung. Ältere Milchner besitzen einen ausgeprägten Laichhaken. Die Bachforelle gehört zu den kurzlebigen Fischarten und wird nur selten älter als 6 Jahre.

Lebensraum

Ursprünglich lebte die Bachforelle in Europa von Island bis zur Murmanküste, westlich vom Ural bis nach Afgahnistan, Iran, Libanon und im marokkanischen Atlasgebirge. Seit 1864 erfolgte eine weltweite Verbreitung, welche in Tasmanien begann. Seither gibt es Bachforellen in den USA und Kanada, Argentinien und Chile, im Himalajagebiet, sowie in Süd- und Ostafrika, nur in Nord- und Zentralasien fehlt die Bachforelle. Die Heimat der Bachforelle sind die kalten (max. 20° C) und sauerstoffreichen Bäche im Gebirge. Ist der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion. Kommt auch in Talsperren und natürlichen Seen, besonders im Alpen- und Voralpengebiet, vor. Die Bachforelle liebt Gumpen, überhängende und unterspülte Ufer oder in das Wasser hängende Bäume, sowie kiesigen, steinigen und sandigen Boden in kaltem, sauerstoffreichen Wasser. Sie sind sehr vorsichtig und suchen bei Störungen sofort Verstecke auf. Die Bachforelle ist sehr standorttreu.

Nahrung

Die Bachforelle ernährt sich hauptsächlich von Kleintieren, wie z.B. Krebstieren, Insektenlarven und Vollinsekten. Einige Fische spezialisieren sich auch auf Fischnahrung, werden also zum Raubfisch. Fressen Forellen ausschließlich Bachflohkrebse, bekommt ihr Fleisch ein rotes lachsartiges Aussehen. Einige Fische zeigen ein raubfischähnliches Verhalten. Das ist nicht zwigend der Größe der Bachforelle zu zuordnen, sondern hängt stark vom Nahrungsaufkommen der entsprechenden Gewässer ab. Dabei geht die Bachforelle stark opportunistisch vor, das was mir dem geringsten Energieaufwand und in der größten Menge verfügbar ist wird gefressen. Die Bachforelle kann, wie kaum ein anderer Fisch zu Nahrungsspezialisierungen neigen, welche genereller oder saisonaler Natur sein können.

Alter / Grösse

Im Durchschnitt wir die Bachforelle 20 bis 35 cm lang, bei einem Gewicht von 125 g bis 500 g. Maximal 80 cm lang und 5 kg schwer. Unter günstigen Bedingungen werden einige Exemplare dieser Gattung bis zu 8 kg schwer. Die Wachstumsgröße der Bachforelle ist sehr stark gewässerabhängig und wird vom jährlichen Temperaturverlauf und dem Nahrungsaufkommen bestimmt. In manchen Mittelgebirgsbächen werden die Fische schon mit 12 bis 13 cm geschlechtsreif und erreichen kaum mehr als 25 cm Länge. In anderen Gewässern, meist Niederungsbächen, werden die Fische hingegen bis zu 80 cm lang und über 5 kg schwer. Die Bachforelle wird meist 5 bis 10 Jahre alt.

Laichzeit

Adulte Bachforellen wandern zur Laichzeit (Oktober bis Dezember) flußaufwarts, um in geeigneten Stellen im Oberlauf der Hauptgewässer und vor allem in den Seitenbächen abzulaichen. Der Beginn der Laichzeit wird bei den Salmoniden durch die Tageslänge gesteuert. Die Wanderungsaktivität wird außerdem durch Wassertemperatur, Sauerstoffkonzentration und Trübung beeinflußt. Ein geeigneter Laichplatz zeichnet sich durch bestimmte Schlüsselfaktoren wie Strukturvielfalt, Wasserqualität und Temperatur aus. Fischunterstände sind besonders zwischen dem Eintreffen an den Laichplätzen und dem Ablaichvorgang wichtig. Die Bachforellenweibchen schlagen zur Eiablage eine Laichgrube in das Sohlsubstrat. Die Tiefe des Eingrabens ist eine Funktion der Körperlänge und wird mit durchschnittlich 15 cm angegeben. Die bevorzugte Korngröße des Substras liegt in den Bereichen 6 bis 76 mm oder 8 bis 128 mm. Die Wassertiefen und Fliessgeschwindigkeit am Laichplatz liegen zwischen 6 und 82 cm/s bzw. rund 11 bis 80 cm/s. Für das Ablaichen der Bachforelle liegt der optimale Temperaturbereich zwischen 1 bis 13° C.

Die erfolgreiche Entwicklung der Embryonen im Kies steht in engem Zusammenhang mit bestimmten chemisch / physikalischen Parametern (Wassertemperatur, Sauerstoffsättigung, pH-Wert), mechanischen Einwirkungen auf das Laichsubstrat (Hochwasser) und der Sedimentation der Gewässersohle. Feinsedimentakkumulationen verhindern die Durchströmung des interstitialen Porenraumes und somit die Sauerstoffzufuhr, sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Die Embryonalentwicklung wird dadurch beieinträchtigt. Das Schlüpfen der Larven erfolgt je nach Temperatur im März oder April. Anfänglich halten sich die Larven bis zum fortgeschrittenen Abbau des Dottersacks im Kiesbett auf. Danach emergieren sie und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Feinsedimentablagerungen im Sohlsubstrat können durch Verstopfen des Porenraumes die Emergenz behindern. Ist die kritische Entwicklungszeit im Kies gut überstanden und die Emergenz gelungen, setzt mit der Nahrungsaufnahme auch das Territorialverhalten ein. Das Aggressionspotential sowie die Territoriumsgröße sind von verschiedenen Faktoren wie Lichtintensität, Strömungsgeschwindigkeit, Temperatur und der Verfügbarkeit von Futter beeinflußt. Heterogene Bachbettstrukturen erhöhen die visuelle Isolation und dämpfen das Aggressionsverhalten. Frisch emergierte Bachforellen benötigen Subtrate mit Korngrößen zwischen Erbse und Baumnuß.

Beim weiteren Heranwachsen der Fische vergrößert sich deren Territoriumsanspruch und die Unterstandsfläche wird zum limitierten Faktor. Junge Bachforellen halten sich vor allem in schnell fließenden, gut strukturierten Fliessgewässern auf, die auch im Sommer kühl bleiben. Dei bevorzugten Fliessgeschwindigkeiten liegen < 20 cm/s. Die Jungfische sind anfänglich eng mit Subtrat verbunden, eine heterogene Kornzusammensetzung mit geringem Feinsedimentanteil ist als geeignet einzustufen. Juvenile Bachforellen tolerieren einen weiten Temperaturbereich (0 bis 27° C), Werte > 20° C wirken sich jedoch nachteilig aus. Die Nahrungsaufnahme unter- und oberhalb einem Bereich von 10 bis 19° C nimmt stark ab. Das Wachstumsoptimum für juvenile Bachforellen liegt bei 12° C. Die Wassertemperatur wirkt sich einerseits direkt auf die Wachstumsrate der Fische aus, andererseits bestimmt sie den Sauerstoffbedarf der Fische und auch die mögliche Sauerstoffsättigung des Wassers. Der optimale Temperaturbereich liegt bei 4 bis 19° C. Bei kälteren Temperaturen werden Nahrungsaufnahme und Wachstum gestoppt, bei wärmeren Temperaturen ist der Fisch zunehmend gestreßt. Das Einsetzen der Geschlechtsreife ist von populationsdynamischen Parametern gesteuert. Als Faustregel kann angenommen werden, dass die Männchen mit zwei Jahren, die Weibchen dagegen mit drei Jahren die Geschlechtsreife erreichen.
Sonstiges

In den Flüssen nennt man sie auch Flußforelle. Sie findet bei uns leider immer weniger Lebensraum. Die Verbreitung der Bachforelle ist sehr stark vom Menschen geprägt und erlaubt keine Rückschlüsse auf die Qualität der Lebensräume: 85 % aller Vorkommen in Fliessgewässern und 75 % in Seen werden durch Besatz aufrechterhalten oder zumindest gefördert. Es ist zu vermuten, dass ohne den Besatz die Bachforelle längst ausgestorben wäre. Bachforellen können ausgezeichnet sehen und gehören zu den wenigen Vertretern der lachsartigen Fische, die nachts auf Beutesuche gehen (lichtscheu). Größere Exemplare sind immer Einzelgänger und verteidigen ihr Revier sehr energisch. Bekannt ist die Fähigkeit Hindernisse zu überwinden (springen). Bachforellen sind äußerst empfindlich gegen Gewässerverunreinigungen. Sie benötigt zwingend sauberes und sauerstoffreiches Wasser.

Auszug vom Fischlexikon der Seite : http://www.angelnindeutschland.de/fischlexikon.html. Alle Rechte liegen beim Urheber

 

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